Nespresso mailt mich an und eröffnet mir, dass ich im Rahmen der Nespresso Gourmetweeks die Gelegenheit habe, deutschlandweit in einem Spitzenrestaurant ein spezielles Nespresso-Menü zu geniessen und als Abschluss erhalte ich dann einen Nespresso Grand Cru meiner Wahl. Da pinkelt der kleine Hund leider an einen zu grossen Baum.

Die unter http://www.gourmetweeks.de aufrufbare Website schildert das zwar alles in tollen Farben, aber meinem laienhaften Verständnis nach handelt es sich hier eher um die B-Liga der Gourmetrestaurant. Genügend Gault-Millaut-Punkte und teilweise auch Michelin-Sterne sind zwar vorhanden, aber mir als interessiertem Laien kommt keines der Restaurants hier wirklich bekannt vor.

Dann störe ich mich auch an dem Aspekt, dass es ein sonderpreisiges Nespresso-Menü gibt. In so einem Restaurant will ich kein Coupon-Kunde sein. Entweder ich will das Geld dafür ausgeben – und dann aber richtig – oder ich gehe da nicht hin. Vor allem aber will ich am Ende des Menüs keinen Nespresso. Nespresso ist nett für zuhause, wenn ich nicht genügend Kaffee verbrauche, um eine grosse italienische Maschine aufzustellen oder mir sowas nicht leisten kann. In der Gastronomie will ich jedoch “the real thing”, das heisst klassisch zubereiteten Espresso und nicht Kapselware. Die ist einfach nur zweite Wahl. Und damit wird meines Erachtens die ganze Aktion mit den Gourmet-Restaurants abgewertet. Gourmetrestaurants, die Consumermaschinen nutzen, sind “Loser”. Selbst dann, wenn sie die Gastro-Serie der Nespresso-Tabs nutzen.

Mich würde interessieren, wer auf die Idee kam, sowas aufzuziehen. Je mehr ich drüber nachdenke, desto mehr gruselt mich.